FEHLERBILD ERKENNEN · URSACHE PRÜFEN · LÖSUNG TESTEN
Unterextrusion beim 3D-Druck beheben
Lücken, dünne Linien und schwache Layer: Materialweg, Düse, Flow und Volumenstrom in sinnvoller Reihenfolge prüfen.
Gedruckte Linien sind zu dünn oder unterbrochen. Zwischen Wänden entstehen Lücken und das Bauteil kann sichtbar schwächer sein.
Die häufigsten Ursachen
So gehst du Schritt für Schritt vor
- 1
Spule und Führung prüfen
Das Filament muss sich ohne starken Widerstand von der Spule bis zum Extruder bewegen können.
- 2
Extruder kontrollieren
Reinige die Antriebsräder und prüfe Anpressdruck, Abrieb und beschädigte Filamentstellen.
- 3
Düse testen
Führe bei Verdacht einen Cold Pull durch und prüfe, ob der Materialstrang gleichmäßig austritt.
- 4
Flow kalibrieren
Kalibriere Flow Ratio erst, wenn Mechanik, Düse und Filamentweg sicher funktionieren.
SLICER & PROZESS
Diese Einstellungen testen
- Maximalen volumetrischen Fluss reduzieren
- Düsentemperatur um 5 °C erhöhen und Ergebnis prüfen
- Flow Ratio mit Testmodell kalibrieren
- Druckgeschwindigkeit reduzieren
Hinweis zum Material
Technische und hochviskose Materialien benötigen oft mehr Temperatur oder weniger Volumenstrom als Standard-PLA. Feuchtes Filament sollte vor der Kalibrierung getrocknet werden.
Häufige Fragen
Soll ich den Flow einfach erhöhen?
Erst nach der mechanischen Prüfung. Ein höherer Flow verdeckt eine Verstopfung oder einen schwergängigen Materialweg nur kurzfristig.
Kann zu hohe Geschwindigkeit Unterextrusion verursachen?
Ja. Wenn das Hotend den angeforderten Volumenstrom nicht mehr schmelzen kann, werden Linien dünner oder unvollständig.
Technische Ersteinschätzung. Änderungen immer einzeln testen und Sicherheitshinweise des Drucker- und Materialherstellers beachten.
